Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege dient dazu Angehörige wie auch denn Pflegebedürftigen zu entlasten und für diesen auch mal einen Tapetenwechsel möglich zu machen. Sie haben pro Jahr einen Anspruch auf bis zu 8 Wochen bezuschusste Kurzzeitpflege bei Ihrer Pflegekasse. Wie genau Kurzzeitpflege funktioniert was es zu beachten gibt klären wir auf dieser Seite.

Kurzzeitpflege - Definition

“ Man spricht von Kurzzeitpflege, wenn eine pflegebedürftige Person für eine begrenzte Zeit einer vollstationären Pflege bedarf. Häufig ist das nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall oder wenn die häusliche Pflege für eine bestimmte Zeit ausgesetzt werden muss oder soll.“

Der Gesetzgeber sieht Kurzzeitpflege für Situationen vor in denen Sie denn Pflegebedürftigen vorübergehend nicht zuhause versorgen können.

Dauer einer Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege ist auf 56 Tage pro Jahr beschränkt, in diesem Zeitraum übernehmen die Pflegekassen die Kosten einer stationären Pflege. Kurzzeitpflege lässt sich außerdem mit Verhinderungspflege kombinieren. Der Unterschied zwischen Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege besteht darin das eine Kurzzeitpflege Zuhause nicht möglich ist. Kurzzeitpflege kann ausschließlich in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung wie einem Pflegeheim durchgeführt werden und ist zu Hause demnach nicht möglich.

Voraussetzungen für Kurzzeitpflege

Um einen Anspruch auf Kurzzeitpflege zu haben benötigt man einen Pflegegrad von 2 bis 5. Oder wenn die Betroffene Person durch eine Krankheit oder einen Unfall plötzlich pflegebedürftig werden und Kurzzeitpflege benötigen.

Hinweis

Die Kosten werden von denn Pflegekassen nur bei entsprechend zugelassenen Einrichtungen getragen. Sollte der Pflegebedürftige außerdem über eine Behinderung verfügen, so ist auch eine Unterbringung in einer für die besonderen Bedürfnisse ausgelegt Einrichtung möglich.
Eine weitere Ausnahme von oben genannter Regel währe wenn Sie als Pflegender einer stationären Vorsorge oder Reha-Maßnahme benötigen können Sie ihren Angehörigen mitnehmen. Ihr angehöriger kann dann entweder in der selben oder einer nahegelegenen Einrichtung untergebracht werden. Diese benötigt dann nicht einmal eine Pflegezulassung.

Kurzzeitpflegekosten und Kostenübernahme

Sie haben sicher schon einmal gefragt was die Kurzzeitpflege kostet. Hier zeigen wir auf was die Kosten sind und wie sich diese auf drei Kostenstellen aufteilen.

  1. • Unterbringung und Verpflegung
  2. • Investitionskosten (Instandhaltung etc.)
  3. • Pflegekosten

Ab Pflegegrad 2 bezuschussen die Pflegekassen Kurzzeitpflege mit einem Pauschalbetrag von 1612 €. Also stehen Ihnen 1612 € für Kurzzeitpflege plus 100% der nicht genutzten Verhinderungspflege in höhe von 1612 € zu Verfügung, also werden 3224 € pro Jahr von denn Pflegekassen bezuschusst.

Pflegegrad Zuschüsse für Kurzzeitpflege pro Jahr
Pflegegrad 2 1.612 €
Pflegegrad 3 1.612 €
Pflegegrad 4 1.612 €
Pflegegrad 5 1.612 €

Bis jetzt von vielen ungenutzt ist die Aufstockung von Kosten durch zusätzliche Bereuungsleistungen. Pflegebedürftige erhalten 125 € pro Monat für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Im Rahmen einer Kurzzeitpflege ist es möglich diese 125 € für die Unterbringungskosten zu nutzen.

Alles darüber hinaus müssen Pflegebedürftige selbst bezahlen. Sollte der Pflegebedürftige dazu finanziell nicht in der Lage sein, so springt entweder das Sozialamt ein oder die Angehörigen müssen die Kosten für die Kurzzeitpflege tragen.

Kurzzeitpflege – Pflegegeld , Kostenübernahme und Zuzahlungen

  • Eigenanteil: Pflegekassen subventionieren lediglich denn Pflegeanteil, die restlichen Kosten muss der Pflegebedürftige selbst tragen.
  • Pflegegeld: Pfelgegeld wird in der Kurzzeitpflege bis zu vier Wochen in halber höhe weiter ausgezahlt.
  • Zuzahlung: Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse pauschal 1612 € im Jahr.
  • Kurzzeitpflege steuerlich absetzten: In manchen fällen können Kurzzeitpflegekosten als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden.

Kurzzeitpflege mit Pflegegrad

In diesen Situationen haben Pflegebedürftige Ansprüche auf Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege ist dazu da um Kriesensituationen zu überstehen und Pfelgende Angehörige zu entlasten. Meistens ist eine Kurzzeitpflege für Pfelgebedürftige mit Pflegegrad sinnvoll oder nötig wenn:

  • • ein Pflegebedürftiger nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht wieder fit genug ist.
  • • ein bis dato alleinlebender Senior noch Krankheit oder Unfall professionelle Pflege benötigt.
  • • der Pflegebedarf Ihres Angehörigen steigt und Sie denn erhöhten Pflegebedarf nicht auffangen können.
  • • die Pflegebedürftigkeit unerwartet auftritt und Sie nicht vorbereitet sind.
  • • Sie als Angehöriger selbst krank sind.
  • • Sie aufgrund von hoher Psychischer und Physischer Belastung eine Auszeit brauchen
  • • Ihr Pflegebedürftiger Angehöriger einen Langzeit Pflegeplatz benötigt und noch keinen Platz hat.
  • • eine Einrichtung vor einer Langzeitpflege „getestet“ werden soll.

Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad

Auch ohne Pflegegrad besteht ein Anspruch auf Kurzzeitpflege, wenn durch Krankheit oder Unfall eine Pflegebedürftigkeit eintritt. Jedoch gibt es verschiedene Voraussetzungen für Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad, ohne Pflegegrad kann Kurzzeitpflege lediglich zur Überbrückung nicht jedoch zu Entlastung von Angehörigen beantragt werden.

Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad, wer zahlt?

Bei Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad übernimmt die Krankenkasse die Kosten, im Gegensatz zur Pflegekasse die Kosten mit Pflegegrad trägt. Diese Kosten beziehen sich auf die Pflegeleistungen, die Hotelkosten (Also Unterkunft und Verpflegung) muss der Pflegebedürftige selbst tragen.

Kurzzeitpflege beantragen

Entweder können Sie als gesetzlicher Betreuer/Vertreter oder der Pflegebedürftige selbst denn Antrag auf Kurzzeitpflege unterschreiben. Sie erhalten die entsprechenden Formulare bei den Pflegekassen oder Krankenkassen, wenn der Pflegebedürftige bereits über einen Pflegegrad verfügt. Sollte der Pflegebedürftige noch keinen Pflegegrad besitzen so müssen sie sich an die Krankenkassen wenden.

Unterschiede zwischen Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Neben der Kurzzeitpflege, welche bis zu 56 Tage pro Jahr in Anspruch genommen werden kann gibt es außerdem die Verhinderungspflege. Hier einmal die Unterschiede zwischen Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

  • Verhinderungspflege wir im Gegensatz zur Kurzzeitpflege von zu Hause geleistet. In der Verhinderungspflege werden Sie als pflegender Angehöriger von einer Ersatzkraft vertreten, dies kann entweder tage- oder stundenweise angefordert werden. Hiefür kommen Angehörige, Bekannte oder ein ambulanter Pflegedienst in Frage.
  • Verhinderungspflege wird bis zu 6 Wochen mit 1612 € Pauschal bezuschusst.
  • Verhinderungspflege wird nur gewährt wenn Sie vorher bereits 6 Monate im Einsatz waren. Dies ist bei Kurzzeitpflege nicht der Fall.
  • Sollte ein Verwandter ersten oder zweiten Grades die Verhinderungspflege übernehmen, so zahlen die Pflegekassen maximal das 1,5 fache des Pflegegeldes aus. Geht diese Ersatzpflege mit Verdienstausfällen einher, gibt es bis zu 1612 €.