Pflegegeld

Pflegegeld wird von Pflegekassen gewährt wenn Pflegebedürftige zu Hause von Angehörigen, Bekannten oder Freunden gepflegt werden. Die höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegegrad der Pflegebedürftigen.

Pflegegeld – Definition

“Unter Pflegegeld versteht man eine monatliche Sozialleistung der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung für anerkannt Pflegebedürftige, die sich zu Hause von Angehörigen, Bekannten oder Freunden pflegen oder betreuen lassen. Mit diesem „Pflegegeld für selbst beschaffte Hilfen“, wie es im Pflegeversicherungsgesetz heißt (§ 37 SGB XI), können sie den Aufwand und den Einsatz von pflegenden Angehörigen, Bekannten oder Freunden für ihre tägliche häusliche Pflege und Betreuung abgelten.“

Voraussetzungen für Pflegegeld

Eine Voraussetzung um von der Pflegekasse Pflegegeld zu bekommen ist, dass der Versicherte einen anerkannten Pflegegrad hat und die häusliche Pflege ausschließlich von Freunden und Verwanden durchgeführt oder anderen nicht professionellen Pflegepersonen. Aus der Sicht der Pflegeversicherung sind Pflegepersonen Angehörige, Familie oder Freunde, die nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung pflegen. Der Pflegeversicherte bekommt das Geld monatlich von der Pflegeversicherung überwiesen.

Erst mit einem Nachweis der Pflege Bedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung und wenn eine häusliche Pflege durch Angehörige, Freunde und Verwandte sichergestellt ist lässt sich Pflegegeld in Anspruch nehmen. Für diesen Pflegegrad müssen Versicherte bei Ihrer Pflegekasse einen Antrag auf einen Pflegegrad stellen, um begutachtet zu werden und Leistungen zugeschreiben zu bekommen. Da die Pflegekassen denn Krankenkassen direkt angeschlossen sind können Sie sich zunächst an Ihren gewohnten Ansprechpartner wenden, dieser wir Sie dann entsprechend weiterleiten.

Anerkannt als pflegebedürftig werden Hilfsbedürftige jeden Alters erst nach einer Zuweisung eines Pflegegrads durch einen Prüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK, bei gesetzlich Versicherten) oder durch einen Gutachter von Medicproof(bei privat Versicherten) und Ihre Pflegekasse das Pflegegeld genehmigt hat.

Eine weitere Voraussetzung währe das Versicherte mindestens ein halbes Jahr in erheblichen oder hohem Maße auf Hilfe anderer angewiesen sein muss um als pflegebedürftig anerkannt zu werden.

Anteiliges Pflegegeld erhalten Anspruchsberechtige, wenn neben Angehörigen und Freunden auch professionelle Kräfte eines ambulanten Pflegedienstes Teile der Grundpflege durchführen. Leistungen von professionellen Pflegekräften eines ambulanten Pflegedienstes werden als Pflegesachleistungen bezeichnet und abgerechnet, hierbei wird auch der Pflegegrad miteinbezogen.

Es gibt des Weiteren jedoch auch häusliche Krankenpflege für vorübergehend oder dauerhaft Kranke und Pflegebedürftige, welche jedoch vollständig von der Krankenkasse bezahlt wird da häusliche Pflege keine Leistung der Pflegeversicherung ist.

Pflegegeld bei häuslicher Pflege

Der Pflegebedürftige erhält Pflegegeld wenn sich ausschließlich Familie, Verwandte oder Nachbarn um ihn kümmern, dazu zählt die häusliche Grundpflege, wie auch sich um denn Haushalt zu kümmern.

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat
Pflegegrad 1 0 €
Pflegegrad 2 316 €
Pflegegrad 3 545 €
Pflegegrad 4 728 €
Pflegegrad 5 901 €

Das Wichtigste zum Pflegegeld

  • • Es gibt Pflegegeld nur bei der häuslichen Pflege, des weiteren auch nur bei pflege durch Verwandte, Angehörige oder Freunde.
  • • Sollten Sie einen als Unterstützung einen Pflegedienst in Anspruch nehmen, gewährt die Pflegekasse für die Einsätze des Pflegedienstes Pflegesachleistungen. Das Pflegegeld wird je nach in Anspruch genommenen Leistungen Prozentual gekürzt.
  • • 50% des Pflegegeldes wird auch weiterhin bei Pflegebedürftigen und Demenzkranken bei bis zu 6 Wochen Verhinderungspflege pro Jahr weitergezahlt, wenn ein ambulanter Pflegedienst sich anstelle von Angehörigen der häuslichen Pflege annehmen.
  • • Des Weiteren wird auch die Hälfte des Pflegegeldes bei bis zu acht Wochen Wochen Kurzzeitpflege weitergezahlt, also wenn ein Pflegebedürftiger nach Krankheit, Unfall oder Krankenhausaufenthalt noch länger professionelle Pflege benötigt.
  • • Es gibt kein Pflegegeld für Pflegebedürftige, die in stationärer Pflege untergebracht sind, also zum Beispiel in einem Alten- oder Pflegeheim von professionellen Pflegekräften versorgt werden.

Pflegegeld ohne Pflegegrad

Nur Personen mit Pflegegrad verfügen über einen Anspruch auf Pflegegeld, jedoch erst ab Pflegegrad 2. Also kann es sich lohnen einen Antrag auf Pflegegrad zu stellen, wenn Sie oder ein Angehöriger zunehmend auf Hilfe angewiesen ist.

Pflichttermine für Pflegegeld

  • • Als ein Pflegegeld-Empfänger besitzen Sie einen Anspruch auf zwei kostenlose Beratungsbesuche pro Jahr durch Fachkräfte, die Kosten dieser Besuche werden von den Pflegekassen getragen.
  • • Diese Beratungsbesuche sollen die Qualität der häuslichen Pflege sichern und die pflegenden Verwandten und Freunde praktisch wie auch theoretisch pflegefachlich anzuleiten.
  • • Sollten Sie oder Ihr Pflegebedürftiger Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad haben, dann sind diese Beratungsbesuche für verbindlich. Angehörige und Verwandte müssen diese Termine zusammen mit dem Pflegebedürftigen wahrnehmen
  • • Sollten Sie diese Beratungsbesuche nicht wahrnehmen kann dies dazu führen das Ihr Pflegegeld gekürzt, oder im Wiederholungsfall sogar komplett streichen.

Wie wird das Pflegegeld ausgezahlt

Das Pflegegeld wird monatlich, meist am ersten Werktag des Monats, direkt an die anspruchsberechtigten Pflegeversicherten überwiesen. Pflegegeld wird ab dem Tag Versicherten ausgezahlt, and dem sie ihren Antrag auf Pflegegeld gestellt haben. Bei der Berechnung des Pflegegeldes wird ein voller Kalendermonat mit 30 Tagen gerechnet. Anteilig an dieser Grundlage ergeben sich die Anspruchstage seit Antragsstellung im Vormonat.
Pflegegeld wird bei Genehmigung mit der ersten Überweisung rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung im Vormonat nachgezahlt. Denn es dauert einige Zeit bis der Antragsteller auf Pflegeleistungen von Experten begutachtet wird, auf welcher Basis Pflegekassen über denn Antrag entscheidet.

Sachleistungen mit Pflegegeld kombinieren - Kombinationsleistung

Sollte sich der Pflegebedürftige sowohl in professioneller Pflege wie auch häuslicher Pflege befinden, können Sie als Kombinationsleistung sowohl Pflegegeld wie auch Sachleistungen beanspruchen. Sollte dies der Fall sein so bekommen Sie nicht mehr in voller Höhe Pflegegeld sondern nur noch anteiliges. Vollgender Grundsatz gilt bei dieser Kombinationsleistung: Der Anspruch auf Pflegegeld verringert sich um den Prozentsatz der nicht ausgeschöpften Sachleistungen.

Beispiel Kombinationsleistung

  • • Gewöhnlich erhält ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 3 monatlich 1.298 € Sachleistungen für die professionelle Pflege durch eine Pflegedienst oder das volle Pflegegeld von 545 € bei alleiniger Pflege durch Verwandte und Freunde. Nimmt er jedoch nur 60 %, also 778,8 €, der Sachleistungen in Anspruch, so stehen ihm noch 40% seines Pflegegeldes zu, also 218€.
  • • An diese Kombination aus Pflegegeld und Sachleistung ist der Pflegebedürftige 6 Monate lang gebunden, wenn einmal gewählt. Es gibt nur selten ausnahmen, eine währe wenn sich der Zustand des Pflegebedürftigen rapide verschlechtert und daher ein Pflegedienst öfter kommen muss.
  • • Das Pflegegeld wird anteilig erhöht wenn der Pflegedienst weniger Leistungen erbringen muss als geplant.

Pflegegeld bei Kurz- oder Verhinderungspflege

50% des bisher bezogenen Pflegegeldes zahlt die Pflegekasse für 4 Wochen im Jahr, wenn Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege vom Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden.

Pflegeaufenthalt bei Reha, Krankenhausaufenthalt oder in der häuslichen Pflege

Bei einem Krankenhausaufenthalt wird das Pflegegeld in denn ersten 4 Wochen weiterhin bezahlt, wenn:

  • • der Pflegebedürftige darauf Angewiesen ist im Krankenhaus behandelt zu werden.
  • • der Pflegebedürftige eine stationäre Rehabilitation zu Genesung absolvier.
  • • der Pflegebedürftige häusliche Krankenpflege vom Arzt verordnet bekommt und diese von einem professionellen Pflegedienst in Anspruch nimmt, und ein Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung besteht.

Pflegegeld im Auslandsurlaub

Bis zu 6 Wochen im Jahr wird Pflegegeld bei einem Vorrübergehenden Auslandsaufenthalt weiterhin gezahlt, dies jedoch nur wenn eine Pflegeperson oder eine Pflegefachkraft denn Pflegebedürftigen begleiten.

Pflegegeld und Hartz-IV

Auch Empfänger von Hartz-IV haben einen Anspruch auf Pflegegeld, wenn sie die Notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Hartz-IV-Empfänger sind auch gesetzlich Pflegeversichert, für sie zahlt das Jobcenter für sie die Monatlichen Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

Auch nicht Pflegeversicherte Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegegeld, dies beziehen sie von ihrem Sozialhilfeträger (Sozialamt der Stadt oder des Landkreises). Dieses Pflegegeld fällt im selben Umfang aus wie das Pflegegeld der Pflegekassen. Jedoch ist zu beachten, dass ihr Anspruch gegenüber vergleichbaren Leistungen anderer Sozialleistungsträger nachrangig ist, was in diesem Fall bedeutet das sie kein oder nur anteiliges Pflegegeld erhalten, wenn sie über anderweitige Einnahmen oder Vermögen verfügen. Hierbei dürfen ihr Einkommen wie auch das ihrer Ehe- oder Lebenspartners die jeweilige momentane Einkommensgrenze nicht überschreiten.

Versteuern von Pflegegeld

Pflegegeld ist laut Einkommenssteuerschutzgesetz nicht steuerpflichtig, unabhängig ob von gesetzlichen oder privaten Pflegekassen. Für pflegende Bekannte oder Angehörige sind Einnahmen nur bis zur Höhe des dem Pflegebedürftigen gezahlten Pflegegeldes Steuerfrei. Die gilt sowohl für gesetzliche als auch für private Pflegeversicherung des Weiteren auch für Pauschalbeihilfen für Beamte nach den Beihilfevorschriften für häusliche Pflege.

Pflegekosten die nicht durch das bezogene Pflegegeld, Leistungen von privaten oder gesetzlichen Pflegeversicherungen, Pflegetagegeld und Leistungen von Pflegezusatzversicherungen abgedeckt sind können Steuerlich als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Steuerbefreiung für pflegende Erben

Sollten Sie von einer Person die Sie gepflegt haben etwas erben, so können Sie einen Freibetrag von 20.000 € geltend machen. Hierfür gibt es jedoch ein paar vorraussetzungen:

  • • Eine dauerhafte und regelmäßige Pflege fand statt.
  • • Es wurde kein, oder ein unzureichendes Entgelt gezahlt.
  • • Der vererbte Betrag ist als angemessenes Entgelt für die geleistete Pflege anzusehen.

Ist Pflegegeld Pfändung

Das Pflegegeld ist nicht Pfändbar da es zu denn zweckbestimmten Sozialleistungen gehört, im Gegensatz dazu sind Sozialleistungen mit Lohnersatzfunktion wie Arbeitslosengeld, Krankengeld, Altersrente oder Unterhaltsgeld pfändbar

Bis wann wird das Pflegegeld gezahlt?

In dem Monat in dem der Pflegeversicherte verstirbt enden die Zahlungen des Pflegegeldes der Pflegeversicherungen.